Donnerstag, 13. Februar 2014

Tongariro Crossing und Lake Taupo

Dieses Wochenende hatte ich sogar schon ab Donnerstag frei, da ich mir wegen des Waitangi Day ein langes Wochenende nehmen konnte. Der Waitangi Day ist ein gesetzlicher Feiertag, der jedes Jahr am 6. Februar agehalten wird, um das Unterzeichnen des Vertrages von Waitangi (Neuseelands Gründungsdokument) im Jahre 1840 zu feiern.
So konnte ich mich also schon am Donnerstag Morgen auf den Weg zum Tongariro National Park machen, um dort den Felix zu treffen. Unterwegs nahm ich noch 2 andere Au Pairs mit, damit ich nicht alleine 5 Stunden im Auto verbringen musste. 
Endlich am Campingplatz angekommen, erwartete mich ein schon aufgebautes Zelt mit einem munteren Felix. Was für ein Luxus! 
Mit den 2 anderen Mädels machten wir uns dann noch auf den Weg, um die Taranaki Falls zu bewundern. Nach einem ca. 45 minütigen Walk kamen konnten wir die Taranaki Falls bewundern und ließen es uns nicht nehmen einige Fotos zu machen und sogar hinter den Wasserfall zu klettern. 
Wieder zurück am Campingplatz mussten wir noch alle notwendigen Vorbereitungen für das bevorstehende Tongariro Crossing treffen. 
Beim Tongariro Crossing handelt es sich um einen Alpine- Tongariro Überquerung von 19,5 Kilometern über die Vulkane und durch ein immer noch vulkanisch aktives Feld. Da es sich nicht um einen Rundweg handelt, stationierten wir ein Auto am Ende, damit wir am nächsten Morgen mit dem anderen Auto nur noch zum Start fahren mussten. 
Mit genügend Proviant, Wasser und Kleidung für alle Wetterlagen gewappnet, machten wir uns am Freitag morgen auf den Weg zum Tongariro Crossing. 
Der erste Teil des Weges führte mit leichtem Anstieg ganz harmlos über nette Holzstege zu den Soda Springs.
Bei der "Devil's Staircase"angelangt, ging es schon ordentlich steil nach oben. 
Oben angelangt, teilte sich der Weg und man konnte auf den 2291 Meter hohen Mount Ngauruhoe (Schicksalsberg von Herr der Ringe) hinaufgehen. Dabei handelt es sich um einen dreistündigen Weg, der über viele loses Vulkangestein führt und dabei nicht ganz ungefährlich ist. Felix und ich stellten uns aber dieser Herausforderung und kletterten also nach oben. 
Oben angelangt erwartete uns allerdings keine gute Aussicht, da uns dicke Wolken und viel Nebel die Sicht versperrten. Wenigsten können wir jetzt aber behaupten, dass wir einmal auf dem Schicksalsberg standen!
Der Mount Ngauruhoe ist nach einem Stammesführer namens Ngatoro benannt, der das Land erobern und mit einer Sklavin den Gipfel des Berges erklimmen wollte- der von den Maori gleichzeitig gefürchtet und verehrt wurde. Er bat seine Untertanen zu fasten, bis er zurück sei. Sie brachen das Gebot und die Götter schickten einen Schneesturm. Ngatoro rief seine heimischen Götter zur Hilfe, die ihm speiendes Feuer aus den Vulkangipfeln zum Wärmen sendeten. Die Sklavin Auruhoe starb und er warf ihren toten Körper in die Flammen.
Der Abstieg von Mount Ngauruhoe stellte sich als wesentlich schwieriger heraus als der Aufstieg, da man fast nur auf dem losen Vulkangeröll rutschte und nur schwer sichere Tritte finden konnte. 
Sicher wieder unten angekommen, machten wir uns weiter auf den Weg zum "Red Crater" (1886 Meter), der ohne den Schicksalsberg den höchsten Punkt des Crossings darstellt. Das Wetter erwies sich allerdings nicht als gnädig und so konnten wir auch dort nichts vom Roten des "Red Craters"sehen. Inzwischen hatte es leider auch noch angefangen zu regnen, was das ganze noch ungemütlicher machte. Von den "Blue Lakes" konnten wir auch nur schemenhaft etwas im Nebel erkennen. 
Der letze Teil des Weges führte durch das immer noch vulkanisch aktive Feld des Vulkans "Te Mari", wo zum Glück der Regen endlich stoppte. 
Nach 8,5 Stunden kamen wir endlich am Endparkplatz an und konnten uns auf den Heimweg zum Campingplatz machen. 
auf dem Weg zum Schicksalsberg
auf dem Schicksalsberg angelangt :)




Blue Lake im Nebelschleier




Karte des Tongariro Crossings (Roter Weg)

Am Samstag ging unsere Tour weiter zum Lake Taupo, wo wir uns als erstes die Huka Falls anschauten. Die Huka Fälle sind eine Kaskade von Wasserfällen des Waikato River, Neuseelands längstem Fluss. 
Das Waikato River hat eine unglaublich schöne blaue Farbe. 
Auf dem Rückweg machten wir noch einen kleinen Badestop bei einem "hot stream". Dabei handelt es sich um einen heißen Fluss, der dann in das Waikato River fließt und sich dort mit dem kalten Wasser vermischt. 
Zuerst hätte ich das Wasser wirklich nicht als all zu warm erwartet, aber es war wirklich richtig heiß! Ganz angenehm war es an den Stellen, wo man auch ein bisschen kaltes Wasser im Rücken genießen konnte. Das war wirklich schon ein Erlebnis wert, in freier Natur in einer Art Spa pool zu sitzen.
Unser Campingplatz erwies sich als perfekt, da er genau am Lake Taupo lag, sodass wir am nächsten Morgen gleich ins Wasser springen konnten!




Lake Taupo

Sonnenuntergang am Lake Taupo

    














Colour Run - The happiest 5k on earth!

vorher 
Am 26. Januar war in Auckland der Colour Run, ein 5 km Lauf, bei dem es allerdings nicht auf die Zeit ankommt, sondern darauf möglichst bunt zu werden und jede Menge Spaß zu haben!
Also machte ich mich mit der Laura auf dem Weg nach Pukekohe, ein Stadtteil von Auckland, wo eine große Pferderennstrecke ist und wo der Colour Run stattfinden sollte. Dort angekommen, war jeder schon in Partystimmung und wir konnten es kaum erwarten endlich loszulaufen.
Die Strecke war in 4 verschiedene Farbzonen unterteilt, bei Kilometer 1 erwartete uns Pink. So wurden wir also alle mit pinkem Farbpulver beworfen. Beim nächsten Kilometer erwartete uns eine gelbe Farbdusche. So besprenkelt ging es dann weiter zur blauen Zone, wo uns einer Horde Schlümpfe mit blauem Farbpulver überschüttete. Die letzte Station wartete mit grünem Farbpulver auf uns. So bunt erreichten wir das Ziel, wo wir alle noch mehr Farbpulver bekamen. So gewappnet konnten wir uns zur Bühne gegeben, wo mit viel Musik und Entertainment noch mehr Farbe geworfen wurde. Der Höhepunkt war, als ein Mann seinem Freund einen Heiratsantrag machte, der natürlich bejaht wurde. So ging die Party weiter, bis wir alle am Ende so bunt waren, dass wir uns alle kaum noch voneinander unterscheiden konnten.
Das war wirklich der verrückteste, bunteste und lustigste 5km Lauf an dem ich je teilgenommen habe!

nachher 


Montag, 3. Februar 2014

Einmal rund um die Südinsel! Teil 2

So, und hier der 2. Teil meiner Reise rund um die Südinsel. :)

In Westport angekommen, regnete es leider und wir verbrachten den restlichen Nachmittag auf dem Campingplatz und schmiedeten weiter an unseren nächsten Plänen.
Am Morgen war das Wetter zwar immer noch nicht so traumhaft, aber wir haben uns trotzdem auf den Weg zum Cape Foulwind gemacht, um Seelöwen zu beobachten. Es waren sogar Babyseelöwen dabei!
Nach einem kleinen Strandspaziergang, ging es auch wieder zurück zum Campingplatz und am Abend überraschte uns ein wunderschöner Sonnenuntergang!
Am nächsten Tag ging unsere Reise weiter zum Abel Tasman Park, der sich ganz im Norden auf der Südinsel befindet. Dort hatten wir schon im Voraus eine zweitägige Kayaktour durch den Abel Tasman National Park gebucht.
Dort angekommen, empfing uns erstmal traumhaftes Wetter, sodass wir gleich an den Strand gingen, um es uns mal so richtig gutgehen zu lassen und das langersehnte gute Wetter endlich genießen zu können!
Am nächsten Morgen ging es auch schon sehr früh los zur Kayakstelle. Dort mussten wir erstmal all unser Zeug in den Kayaks verstauen, wir hatten schließlich alle einen Schlafsack und Isomatte, zwei Zelte und genug Proviant für 2 Tage dabei! Aber zum Glück hatten wir genug Stauraum in den Kayaks, sodass wir alles gut unterbringen konnten.
Nachdem wir dann noch eine kleine Einführung in das Kayakfahren bekommen hatten und mit der Eskimorolle vertraut gemacht wurden, (die muss man machen, wenn man kentert und sicher wieder aus dem Kayak herauskommen möchte) ging es auch schon los.
Die Doppelkayak -Teams sahen so aus, dass ich mit der Laura in einem Kayak saß und ich den Steuermann machte, denn ich hatte sogar zwei Fußpedale zum lenken, und die Maike mit der Alexa. Wir erwiesen uns alle als Top- Paddelteams und gelangten schnell voran. Da der Weg zu unserem Nachtlager gar nicht so weit wie gedacht war, hatten wir genug Zeit, an den wunderschönen Stränden und Buchten um uns herum, Rast zu machen und im Meer schwimmen zu gehen. Dabei kamen wir uns wie im Paradies vor, mit all den weißen Stränden, dem türkisblauem Meer und dem strahlend blauem Himmel!

Gegen Nachmittag kamen wir in Anchorage an, wo wir auf dem Campingplatz die Nacht verbringen wollten. Da es sich um einen naturgeschützen National Park handelt, gab es natürlich auch keine Elektrizität auf dem ganzen Campingplatz. Deshalb mussten wir mit dem Gaskocher unser Abendessen kochen und mit Taschenlampen am Abend aufs Klo gehen! So sieht doch echtes Wildniscampen aus! Bevor wir uns jedoch ans Abendessen kochen machten, erkundeten wir noch etwas den Abel Tasman Park zu Fuß und wanderten auf einen Aussichtspunkt hinauf, von dem man eine wunderschöne Aussicht über den Park hatte. Auf dem Weg dorthin kamen wir noch an einem wunderschönen und verlassenen Strand vorbei, an dem man sich wie im Paradis fühlen konnte!
Am Abend gab es noch ein kleines Lagerfeuer mit den anderen Campern des Campingplatzes und ich durfte selbstgesammelte und über dem Lagerfeuer gekochte Muschel probieren. Die waren wirklich sehr lecker, da sie mit übrig gebliebenem Chinanudelgewürz gewürzt waren.

Nach einem schnellen Müslifrühstück ging es wieder in die Kayaks und es wurde weiter zum nächsten und noch schöneren Strand gepaddelt, wo wir wieder die Sonne und das Meer genießen konnten. Auf dem Weg dorthin sahen wir plötzlich einen kleinen Pinguin neben uns im Wasser schwimmen! Er war gerade mal 1 Meter von unserem Kayak entfernt und endlich unser erster Pinguin den wir zu Gesicht bekamen!
Trotz des starken Gegenwindes schafften wir es noch rechtzeitig zum Endtreffpunkt unserer Kayaktour, um dann mit dem Wassertaxi wieder zurück zu unserem Startpunkt gefahren zu werden.
Nachdem wir wieder auf dem Campingplatz angekommen waren, gönnten wir uns die nächste Nacht in einem richtigen Bett, da wir alle geschafft vom Kayakfahren waren.
Da uns der Abel Tasman Park so gut gefiel, mit den wunderschönen Stränden und dem tollen Wetter, beschlossen wir noch einen Tag länger zu bleiben und uns einen schönen Tag am Strand zu machen und etwas den Park zu erkunden. Am Abend sollte dann ein roter Mond (bloody moon) am Himmel aufgehen, weshalb wir uns zum Mondaufgang zum Eingang des Parks stellten, um ihn zu sehen. Also warteten wir und wurden währenddessen von den Sandflies zerstochen (das sind eine Art Moskito, die ziemlich lange und böse juckende Stiche verursachen) und als Belohnung, sahen wir leider nur einen rosa Sonnenuntergang, aber zu unserer Enttäuschung leider keinen roten Mond. Echt schade!
Unsere Reise führte uns weiter nach Nelson, wo wir bei "Penguino" Neuseelands bestes Eis gegessen haben. Mein Mangolassie- und Boysenberryeis war auch wirklich lecker! In Nelson buchten wir dann auch unsere Delfin- Schwimmtour für den nächsten Morgen in Picton.
Als wir am späten Nachmittag in Picton ankamen, machten wir nur einen kleinen Spaziergang durch die kleine Hafenstadt, von der aus man mit der Fähre rüber auf die Nordinsel nach Wellington fahren kann. Am Abend fiel mir dann auf, dass ich mein Handy gar nicht mehr bei mir hatte und dachte nur, dass ich es irgendwo in den tiefen des Autos verloren hatte. Als die Laura jedoch mein Handy anrief, ging zu unserer Verwunderung sogar jemand dran, nämlich die Polizei Picton! Ich hatte mein Handy nämlich bei unserem Hafenspaziergang verloren und ein kleiner, neunjähriger Junge hatte es gefunden, und zu meinem Glück, abgegeben. Also machten wir uns auf den Weg zur Polizei, um mein Handy abzuholen. Dort erfuhren wir auch die Adresse des Jungen und ich beschloss ihn gleich noch am Abend zu besuchen und ihn mit einer Tafel Schokolade für seine Tat zu belohnen. Der Junge stellte sich tatsächlich als super süß heraus und auf unserem Rückweg holte uns dann noch seine Mutter mit dem Auto ein, da sie unbedingt ein Erinnerungsfoto mit uns und ihrem Sohn haben wollte. Also hätten wir das mit einem Polizeibesuch in Neuseeland auch erledigt!

Am nächsten Morgen mussten wir wieder früh raus, damit wir rechtzeitig zu unserer Delfin- Schwimmtour kommen konnten. Das Wetter war wieder traumhaft, sodass wir mit viel Sonne die schöne Ansicht des Malborough Sounds genießen konnten, die wir von unserm Schiff aus geboten bekamen. Die ersten Delfine ließen auch nicht lange auf sich warten und bald folgten wir einer großen Delfingruppe, um genau dann mit unserer Schnorchelausrüstung ins Wasser zu gehen, wenn sie genau auf uns zugeschwommen kamen. Zu unserm Glück hatten wir eine Schwangere dabei, die Delfine nochmal besonders anzieht, da sie den doppelten Herzschlag spüren können und dadurch noch neugieriger werden. Noch dazu sollten wir alle lustige Geräusche machen, um uns noch attraktiver für die Delfine zu machen. Das war schon ein ganz besonderes Erlebnis, als die Delfine auf einen zugeschwommen kamen, um einen herum kreisten und dann ihren Weg fortsetzen. Insgesamt durften wir vier Mal mit den Delfinen ins Wasser. Schon allein das beobachten der Delfine, wie sie aus dem Wasser springen und miteinander spielen, war schon ein Erlebnis wert!
Auf unserer Fahrt haben wir natürlich auch noch ganz viele Pinguine gesehen, die dort friedlich im Wasser umhertrieben. Die Delfintour ging dann schließlich mit einem heißen Kakao auf dem Schiffsdeck zu ende und wir waren alle total überwältigt von unseren Delfinerfahrungen!
Unser letzter Stop führte uns wieder nach Christchurch, wo wir unsere Reise begonnen hatten.
Als wir dort am Abend ankamen, waren wir total erschreckt darüber, wie zerstört die Innenstadt, und besonders das Stadtzentrum immer noch ist, obwohl das große Erdbeben jetzt schon fast 3 Jahre her war. (Das große Erdbeben im Februar 2011 hatte dort fast die ganze Stadt zerstört). Die Aufbauarbeiten scheinen wohl nur langsam voranzugehen und die ganzen Baustellen und leerstehenden Gebäude sehen noch nach viel Arbeit aus!
Unseren letzen gemeinsamen Abend ließen wir also bei ein paar Cocktails in einer Bar ausklingen.
In unsrem Hostel gab es am Morgen sogar den Luxus von Frühstück mit frischem selbstgebackenem Brot und Marmelade.
Den letzten Tag verbrachten wir am Strand und auf einem Charity Festival, bei dem Geld für den Wiederaufbau gesammelt wurde, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machen mussten.
So gingen also unsere 17 Tage auf der Südinsel herum; für mich leider viel zu schnell!
Als meinen absoluten Lieblingsplatz der Südinsel habe ich mich für den Abel Tasman Park entschieden, da man sich dort wie im Paradis vorkommt!


Entenbesuch :)